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getupfte Grüße von Ringo, Tosca, Alegra und Bordeaux

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Dalmatiner und Pferd

Dalmatiner und Pferd - Castellum Collis Dalmani

 Der getupfte Freund als Reitbegleithund

Seit 200, als ich unseren ersten Dalmatiner zu uns holte, bin ich dieser schönen, sportlichen aber auch ausgesprochen lieben und anhänglichen Rasse verfallen. Der Dalmatiner ist ein absoluter Familienhund der immer in der Nähe seiner Familie sein will. Als Lauf- und Schweißhund der FCI-Gruppe 6 ist der Dalmatiner körperlich ideal gebaut um am Pferd in jeder Gangart mitzuhalten. Der athletische, bewegungsfreudige Hund ist durch seine Ausdauer der ideale Reitbegleithund.

Dalmatiner haben ein besonderes Verhältnis zu Pferden, dies war einer der Gründe warum ich mich für einen Dalmatiner entschieden habe…

Seit dem ersten Tag an begleitet mich meine Dalmatiner Hündin Jabaliena von Schloß Thiergarten zum Pferd und bei Ausritten. Heute ist sie schon stolze 13 Jahre aber immer noch Top-FIT und sobald ich in mein Reitoutfit schlüpfe kann sie es als „alter Hase“ kaum erwarten bis es endlich los geht.

 

 

Für meine beiden jungen Dalmatiner Ringo & Tosca vom Hügel war und ist „Liena“ eine hervorragende Lehrerin, so bin ich nun immer öfter mit meiner kleinen Dalmatinermeute ganz getreu nach dem Motto „4 Hufe & 12 Pfoten“ unterwegs und erhalte immer wieder bewundernde Blicke für dieses schicke Punkte-Trio in Schwarz & Braun hoch zu Ross auf meinem Friesenwallach Marinus.

Dalmatiner und Pferde – eine lange Tradition

Erste Abbildungen von dalmatinerähnlichen Hunden gibt es schon in ägyptischen Pharaonengräbern. Manche Vermutungen gehen davon aus, dass der Dalmatiner von Indien über Ägypten und Griechenland in den westlichen Mittelmeerbereich und von dort nach Frankreich und England eingeführt wurde. Deshalb werden die Punktehunde im Laufe Ihrer Chronik immer wieder in Zusammenhang mit Pferden gebracht. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden sie in vielen Pferdeställen gehalten. In Hannover gab es lange Zeit eine Dalmatiner-Jagdmeute wohingegen sie in England mit Reise- und Postkutschen als Wächter vor Straßenräubern und anderen Ungelegenheiten mitliefen.

Es gibt sogar Überlieferungen ihrer Heldentaten wie z. B. von dem „Hund von Brighton“, der regelmäßig mit Postkutschen die Strecke London-Brighton mit lief. Er starb durch einen Unfall, als er auf einer Kutsche mitfahren durfte. Er wollte aber lieber laufen, beim Abspringen während der Fahrt wurde er von der Kutsche überrollt.

Wie die ganz besondere Beziehung der Dalmatiner zu Pferden entstand ist in dieser Passage der Übersetzung aus einem Englischen Text sehr schön beschrieben:

 „Während des 17., 18. und 19. Jahrhunderts, als das Reisen mit der Kutsche oder zu Pferde aufkam, wurde der Dalmatiner gesellschaftsfähig. Er wurde darauf trainiert, mit den Kutschen der Damen mit zu laufen und so bekannt als „Coach-Dog“ oder „Ladies-Dog“. Im 17.Jahrhundert wurden Dalmatiner eingesetzt, um die Pferde zu schützen, die die englischen Postkutschen zogen. Gewöhnlich liefen zwei Dalmatiner bei den Pferden oder ihnen voraus. Sie jagten die Straßenhunde weg, die die Zugpferde erschrecken könnten. Auch warnten vor versteckten Straßenräubern. Über die Jahre entstand zwischen Dalmatinern und Pferden eine Beziehung. Da zu dieser Zeit Diebstahl an der Tagesordnung war, mussten die Kutscher meistens in einer Hängematte bei den Pferden im Stall schlafen und aufpassen. Wenn der Kutscher aber Dalmatiner besaß, konnte er im Hotel oder Haus schlafen, da die Hunde bei den Pferden blieben und aufpassten. Seit der Zeit der Pferdewagen werden die Dalmatiner mit der Feuerwehr im Zusammenhang gebracht. Die Feuerwehr-Pferde mussten meist lange Zeit wartend verbringen. Entweder in der Feuerwehr-Station oder am Brandherd. Diese Pferde waren keine alten Klepper, sondern vollblütige, feurige Pferde und schwer zu bändigen. So wurden die Dalmatiner eingesetzt, um die Pferde ruhig zu halten. Es gibt viele Erzählungen und Geschichten über den Anblick einer Feuerwehr-Mannschaft, die zur Brandstelle hetzte, während Dalmatiner zwischen den Pferden und Mannschaften herumlaufen. Die Dalmatiner übernahmen oft auch Schutzfunktionen und achteten darauf, dass nichts gestohlen wurde. Dalmatiner sind sehr loyal zu ihren Besitzern und können, wenn sie herausgefordert werden, durchaus harte Gegner sein. Jede Feuerwehr hatte ein Gespann schneller Pferde, um den Pumpenwagen zu ziehen. Es wurde selbstverständlich, in jeder Feuerwehr-Station Dalmatiner zu halten. Auf diese Art wurden Dalmatiner Begleiter und ein Symbol der Feuerwehr. In England, Kanada und den USA werden heute noch in vielen Stationen Dalmatiner als Maskottchen gehalten. Es gibt auch viele Geschichten, wie Dalmatiner zur Rettung von Feuerwehrmännern oder Brandopfern beigetragen haben.“

Wie man sieht haben Dalmatiner und Pferde eine lange gemeinsame Geschichte und nach wie vor ist es für viele Reiter und gleichzeitig Hunde-besitzer ein Traum beides zu kombinieren.

 Genau wie die Pflege und der Auslauf für ein Pferd ist dieser für einen Hund mindestens genau so zeitaufwändig. Was ist da naheliegender die Zeit als gemeinsam Team zu erleben und so die Bindung zu seinen Tieren zu stärken. Damit aber das Mensch-Pferd-Hund-Team richtig funktioniert und alle beteiligten gleichermaßen Spaß an der Abwechslung und Fitness haben gibt es einige wichtige Dinge zu beachten die ich hier auch nur kurz aus eigener Erfahrung aufgreifen möchte.

Als sog. „Reitbegleithund“ sollte der/die Hund/e gut abrufbar und auch über die Distanz kontrollierbar sein, (Sitz, Platz, Hier, Bleib, Steh usw.) also ist eine solide Grundausbildung hier unerlässlich. Trotz der besonderen Verbindung zum Pferd, die quasi fast in den Genen der Dalmatiner festgelegt sind sollten beide immer langsam und behutsam aneinander gewöhnt werden.

Denn diese zwei Tierarten sind Grund verschieden. Das Pferd ein Fluchttier und der gejagte - der Hund der Hetzer und Jäger.

Auch das Pferd muss einen gewissen Grundgehorsam aufweisen. Es sollte z. B. beim Auf- und Absteigen ruhig stehen bleiben und auch wenn sie das Gewicht verlagern um den Hund vom Sattel aus An- oder Abzuleinen nicht unkontrolliert herum zappeln, das kann gefährliche und schwerwiegende Folgen für alle Beteiligten haben! Auch die Berührung mit der Hundeleine am ganzen Körper sollte das Pferd kennen und keine Angst davor haben. Desgleichen sollte versucht werden alle negativen Ereignisse vom Hund und Pferd fern zu halten. D.h. insbesondere Stromschläge, Huftritte, Stundenlanges abliegen am Reitplatz oder in der Box, keine beißenden Hunde oder unkontrolliertes Hochspringen am Pferd um hier nur einige Dinge aufzuzählen.

 Am Anfang ist es sinnvoll gemeinsame Spaziergänge mit Pferd und einer weiteren Hilfsperson durchzuführen um den beiden die nötige Sicherheit und Distanz voneinander zu geben. Nach und nach kann die Distanz verringert werden, d.h. der Reiter nimmt die Leine vom Sattel aus auf und lernt so seinem Hund auch brav neben dem Pferd „bei Fuß“ zu gehen. Diese Dinge sollten auch immer wieder in der Reithalle oder am Platz geübt werden. Sobald eine solide Basis geschaffen ist kann der Hund auch frei laufen gelassen werden.

 Doch der Reiter und Hundeführer hat eine der wichtigsten Aufgaben. Er muss in der Lage sein Pferd und Hund gleichzeitig mit dem Umfeld im Blick zu haben und entsprechend zu reagieren, auch wenn andere Reiter dabei sind. Zudem Überforderungen bei Pferd und Hund rechtzeitig erkennen, sein Pferd mit Körper, Stimme und einhändig reiten können um auch hier nur einige Beispiele zu nennen die natürlich nicht abschließend ist.

Wichtig ist die Leine niemals in derselben Hand wie die Zügel zu halten, denn jedes ziehen und zerren würde sich ins Pferdemaul übertragen und die Situation negativ beeinflussen. Wenn möglich sollte der Hund immer auf der Seite geführt werden dass er nicht auf der Straßenseite geht. Ideal wäre Pferd auf der Straße, Hund zwischen Pferd und Gehweg. Auch sollte der Hund vom Pferd aus an einem Geschirr und nicht am Halsband geführt werden, es ist für den Hund wesentlich angenehmer wenn er nicht jedes Mal im Hals von oben „gegurkelt“ wird. Gerade beim Führen von mehreren Hunden vom Pferd aus macht sich dies bemerkbar – ich spreche hier aus Erfahrung.

 Auf die Rücksichtnahme von Spaziergängern, Landwirten und anderen Verkehrsteilnehmer sowie Erholungs-suchenden auf weiter Flur und Wald plus der Verunreinigung von Feldern mit Hundekot brauche ich wohl nicht näher einzugehen. In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Spaß beim ausreiten mit euren Hunden!

An dieser Stelle noch ein riesengroßes Dankeschön an Claudia Rahlmeier (vorm. Becker) von BR Photographs ohne Sie wären diese wundervollen Fotos zur Untermalung dieser Seite nicht entstanden.

Es war ein schönes Erlebnis bei einem sonnigen Tag wieder einmal mit Claudia shooten zu dürfen. Falls auch Sie Interesse an einem professionellen Shooting haben – egal ob Hund, Pferd oder Mensch – freut sich Claudia auch Ihre persönlichen Glücksmomente fest zu halten...

Dieser Artikel ist auch im Friesenjournal, dem Dalmatinerkurier 3/14 (DVD) und Dalmatinerjournal erschienen: PDF-finden sie in kürze hier

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